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Im
Spannungsfeld zwischen menschlicher Neugierde und dem Drang nach
technischem Fortschritt einerseits sowie dem Bedürfnis nach
Sicherheit durch die Bewahrung konservativer Werte andererseits,
erfordern Innovationen oftmals einen langwierigen Prozess der Vertrauensbildung.
Lediglich etwa 1% des Aufwands entfallen auf die eigentliche Idee,
der Rest besteht aus Arbeit, Disziplin und Beharrungsvermögen.
Bei
grundlegenden technischen Neuentwicklungen liegen die Probleme meist
nicht in der Technik selbst, sondern vielmehr in der wirtschaftlichen
und gesellschaftlichen Akzeptanz, also im Wesen des Menschen begründet.
U. a. mußte dies Carl Benz auf seinen ersten Ausstellungen
und Überlandfahrten erkennen. Statt der erwarteten Verkaufserfolge
wurden er und seine Frau von Bauern mit Mistgabeln attackiert.
Innovationen
quasi zum "Nulltarif" hat es niemals gegeben und wird
es wohl auch in Zukunft nicht geben. Neben der notwendigen Risikobereitschaft
benötigen Neuentwicklungen in der Anfangsphase, vergleichbar
der regelmäßigen Bewässerung von Keimlingen und
frisch gepflanzten Gewächsen, eine sehr intensive Betreuung.
Denn auch der kräftigste Baumstamm, der Stürmen widersteht,
hatte seinen Ursprung in einem winzigen Sprößling.
Im
vorliegenden Fall kann lediglich die Bewilligung von
Fördergeldern durch die Wirtschaftsministerien für einen
Messestand
und in Form eines Innovationsgutscheins als offizielle Anerkennung
betrachtet werden.
Carbon,
d. h. kohlefaserverstärkter Composite-Kunststoff ist unter
den bisher bekannten Strukturwerkstoffen mit Abstand der leichteste.
In der Luft- und Raumfahrt, der Fahrzeugtechnik oder in der Sport-
und Freizeitbranche hat sich dieser Werkstoff bereits vielfach bewährt.
Will man insbesondere im Automobil- und Flugzeugbau konsequenten
Leichtbau betreiben und damit nachhaltig Treibstoffverbrauch und
CO2-Emissionen reduzieren, so führt langfristig kein Weg am
Einsatz von Carbon-Composites vorbei.
Die
Suche
nach eigenen Geschäftsfeldern
führte zu Rädern
für Kraftfahrzeuge als
Markt- und Technologielücke. Eine
Räderentwicklung ist aus Sicht des Ingenieurs eine sehr interessante
und anspruchsvolle Aufgabe. Bei nüchterner Betrachtung überfordert
sie jedoch eine Ein-Mann-Firma sowohl finanziell, als auch hinsichtlich
des Arbeitsumfangs. Behörden (Verkehrsministerium, Kraftfahrtbundesamt)
und Motorsportverbände (FIA, DMSB) blockieren Carbonräder
durch ihre Reglements und durch fehlende Zulassungsrichtlinien.
Obwohl eigens eine Kapitalgesellschaft gegründet wurde, beteiligen
sich unter diesen Umständen weder Banken, noch Privatinvestoren
an einer solchen Entwicklung.
Die
aktuellen Aktivitäten fokusieren sich auf die Entwicklung von
Strukturbauteilen
für branchenübergreifende Anwendungen. Schwerpunkt sind
wirtschaftliche
Fertigungsverfahren und
die Orientierung an den Bedürfnissen der regionalen Wirtschaft.
Die Räderentwicklung kann in einem zweiten Loop im Rahmen der
finanziellen Möglichkeiten fortgeführt werden.
Geschuldet
dem zunehmenden Druck der in Politik und Wirtschaft Baden-Württembergs
vorherrschenden Interessen, steht die Firmengeschichte
nicht mehr in der Navigation zur Verfügung. Gleichwohl handelt
es sich um eine wertneutrale Darstellung der Umstände, die
zu dieser Firmengründung führten. Darüber hinaus
gehende Interpretationen oder gar Schuldzuweisungen sind nicht beabsichtigt.
Sie sind ggf. alleine durch die Phantasien der jeweiligen Betrachter
zu verantworten.
Erst
im Stadium der Reife offenbart das Gute seinen wahren Wert.
Eine Firmengründung ist grundsätzlich positiv zu bewerten.
Nicht nur für den Gründer selbst, sondern im Sinne des Wettbewerbs
innerhalb der Wirtschaft.
Innovationen
zur wirtschaftlichen Fertigung von Leichtbauwerkstoffen, d. h. Carbon-Composites bezahlbar machen,
bedeuten bei entsprechender Umsetzung einen volkswirtschaftlichen Nutzen. Darum sollte
die entsprechende Würdigung durch die Gesellschaft, sowie durch Ämter und Behörden eine Selbstverständlichkeit sein.
Tatsächlich wird in kleinbürgerlichen Verhältnissen alles Neue erstmal als Störung der bestehenden
Ordnung empfunden. Dies gilt offensichtlich besonders dann, wenn sich eine Kommune sehr stark durch die Gewerbesteuereinnahmen
einer Sportwagenfirma finanziert, der wiederum die entsprechenden Technologien nicht zur Verfügung stehen.
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